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StartseiteJuni 2010
Carbon Expo 2010: Kohlenstoffmesse zeigt Perspektiven auf
Ende Mai 2010 fand zum siebten Mal die CarbonExpo in Köln statt. Gerade unter den derzeitigen Unsicherheiten nutzten
besonders viele Teilnehmer dieses zentrale Forum, um Informationen aus erster Hand über Marktentwicklungen,
Ausgestaltungen der Mechanismen des Kohlenstoffmarkts und Chancen auf ein rechtsverbindliches auszutauschen. Viele Fragen
stellen sich auch nach der Klimakonferenz in Kopenhagen zu Beginn der neuen Dekade offener als gehofft: Kann man weiter auf CDM
setzen? Wird es neue Marktmechanismen geben? Und wenn ja, wann? Wer wird die Emissionszertifikate nach 2012 abnehmen?
Das Bundesumweltministerium präsentierte sich erneut zusammen mit dem UBA sowie Unternehmen des öffentlichen und
privaten Sektors im „German Pavillon“. Dieser gemeinsame Auftritt wurde wie schon in den vergangenen Jahren
erfolgreich für zahlreiche Gesprächsrunden und Vereinbarungen genutzt. Der Erfolg dieses nun schon in vierter Folge
praktizierten Auftritts spricht für sich und stellt eine Empfehlung für das BMU dar, diese Aktivität
fortzuführen.
Marktentwicklung: Gewinner und Verlierer
Die aktuellen Kennziffern des Kohlenstoffmarkts, die die Weltbank in ihrem Statusbericht vorstellte, zeigen ein klares Bild: Das globale Handelsvolumen stieg mit etwa 130 bis 140 Mrd. US-Dollar leicht gegenüber dem Vorjahr. Während die osteuropäischen Staaten durch einen starken Anstieg des Handels mit staatlichen Emissionsrechten im Rahmen von Green Investment Schemes (GIS) stärker als zuvor beteiligt waren, verloren die Entwicklungsländer spürbar Investitionsvolumen auf dem Primärmarkt für CDM-Projekte. Diese Entwicklung ist einerseits dem erfolgreichen Aufschwung des CDM seit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls im Jahr 2005 zu geschuldet, in der bereits der Großteil des Nachfragepotenzials des Kyoto-Protokolls und des EU-Emissionshandels bedient werden konnte.Aber andererseits ist an dieser Entwicklung aber auch unmittelbar ablesbar, dass der Kohlenstoffmarkt vollkommen von den politisch gesetzten Emissionsminderungszielen abhängt. Hohe Erwartungen der Marktakteure bestehen deshalb in einer Ausweitung der Zertifikatsnachfrage durch den Abschluss eines internationalen Klimaschutzabkommen, aber auch in der Übernahme des 30%-Reduktionsziels durch die EU und in der immer noch erhofften Nachfrage aus einem Emissionshandelssystem in den USA.
Röttgen: Programmatischer CDM als Brücke zu neuen Mechanismen
Minister Röttgen unterstrich in seiner Eröffnungsrede, dass in den bisherigen freiwilligen Beiträgen zum globalen Klimaschutz, die die Industrie- und Entwicklungsländer unter dem Kopenhagen-Akkord gemeldet haben, die Emissionsminderungen bei weitem noch nicht ausreichen. Das 2°C-Ziel, bei dem die Folgen der Erderwärmung noch beherrschbar bleiben, würde mit solch begrenzten Anstrengungen drastisch verfehlt werden.Bezüglich der Bedeutung und Perspektive des Kohlenstoffmarkts unterstrich Minister Röttgen die Finanzierungsfunktion des Marktes für das in Kopenhagen den Entwicklungsländern zugesagte Finanzierungsvolumen von 100 Mio. US-Dollar ab dem Jahr 2020 jährlich. Mit Blick auf den CDM betonte Minister Röttgen die Brückenfunktion, die der programmatische CDM in den nächsten Jahren zu anderen Mechanismen einnehmen kann.

