Sie befinden sich in diesem Bereich der Seite:
Startseite
KfW-Klimaschutzfonds
Die KfW ist seit 2004 mit dem KfW Klimaschutzfonds aktiv, der sich zur Vermarktungsplattform der KfW für projektbasierte
Emissionszertifikate nach den flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls entwickelt hat. Damit sollen weltweit
Klimaschutzprojekte gefördert werden und deutschen und europäischen Unternehmen der Zugang zur Nutzung von
Emissionszertifikaten ermöglicht werden. Weiterhin soll mit innovativen Ansätzen zur Entwicklung der
Zertifikatemärkte beigetragen werden.
Bisherige Zertifikatekaufprogramme
KfW Klimaschutzfonds: An dem in 2004 gestarteten Kaufprogramm beteiligen sich 24 deutsche und ausländische Unternehmen sowie die Bundesregierung und die KfW mit zusammen rd. 84 Mio. EUR. Die Unternehmen müssen Verpflichtungen nach der EU-Emissionshandelsrichtlinie einhalten und nutzen dazu die projektbasierten Mechanismen. Dabei haben die beteiligen Unternehmen und Institutionen mit der KfW vereinbart, die von der KfW erworbenen Zertifikate bis zur Höhe ihres jeweiligen Engagements am KfW Klimaschutzfonds abzunehmen. Die KfW wählt die Vorhaben, aus denen die Zertifikate beschafft werden sollen, auf der Grundlage eines transparenten Verfahrens aus. Die ausgewählten Vorhaben werden dabei von der KfW durch die erforderlichen Genehmigungsprozesse bei den internationalen Institutionen begleitet.Die Zertifikate werden unmittelbar nach Lieferung durch den Verkäufer an die Auftraggeber weitergeleitet. Die Verteilung der erworbenen Zertifikate an die Auftraggeber erfolgt aus dem Portfolio von Kaufverträgen, das die KfW unter Kosten- und Risikogesichtspunkten zusammenstellt hat. Eine direkte Zuordnung bestimmter Vorhaben zu einzelnen Auftraggebern erfolgt nicht. Der Abruf der bereitgestellten Mittel erfolgt zeitnah zur Lieferung der Zertifikate durch die Verkäufer. Die KfW erwirbt nur Zertifikate, die im EU-Emissionshandelssystem verwendet werden können. Sie tut dies auf Grundlage langfristiger Abnahmeverträge nach internationalem Standard zu festen oder flexiblen Preisen.
EIB-KfW CO2-Programm I: Gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) wurde 2007 ein zweites Kaufprogramm aufgelegt. Das Programm wurde Mitte 2008 mit einem Volumen von rd. 88 Mio. EUR erfolgreich geschlossen. Beteiligt sind 15 Unternehmen aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Das Programm ist auf den Bedarf von kleinen und mittleren Unternehmen ausgerichtet, die selber keinen Zertifikatehandel betreiben und daher nicht an einem direkten Kauf von Zertifikaten vom Projektentwickler interessiert sind. Gegen Aufpreis können sie auch eine Liefergarantie von EIB und KfW erhalten. Die KfW hat inzwischen Einkaufsverträge für rund 8 Mio. Zertifikate geschlossen. In Frage kommen alle Projekte mit Ausnahme von Industriegasprojekten, soweit sie nicht unter die durch das Kyoto-Protokoll und die EU-Richtlinie vorgegebenen Ausschlusskriterien fallen. Bei geeigneten Projekten kann den Verkäufern auch eine Anzahlung auf den Vertragswert der Zertifikate angeboten werden. Als Co-Sponsor des Programms beteiligt sich die EIB zu gleichen Teilen an allen von der KfW als direktem Vertragspartner der Projekte und der Käufer übernommenen Risiken.
Weitere Aktivitäten der KfW
Beteiligung am Post 2012 Fund zum Erwerb von „Post Kyoto-Zertifikaten“: Die KfW beteiligt sich an dem im März 2008 von fünf europäischen öffentlichen Finanzierungsinstitutionen eingerichteten „Post 2012“-Fonds. Der Fonds wird Emissionszertifikate aufkaufen, die nach 2012 von Projekten generiert werden, die als JI-Projekt oder als CDM-Vorhaben anerkannt worden sind oder noch werden. Mit der Errichtung des Fonds und der Übernahme des regulatorischen Risikos wollen die Banken ihr Vertrauen in die Entwicklung eines Systems nach dem Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protkolls zum Ausdruck bringen und ein deutliches Signal für das Fortbestehen der Kohlenstoffmarkte senden. Das Volumen des Fonds beträgt 125 Mio. EUR. Der Fokus liegt auf Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Brennstoffwechsel.Programmatische Ansätze/Programmes of Activities (PoA): Seit Oktober 2008 betreibt der Klimaschutzfonds im Auftrag des BMU das PoA Support Center Germany, um umsetzungsfähige programmatische Ansätze zu fördern. Als PoA können seit Mitte 2007 Programme, die Klimaschutzaktivitäten fördern oder Klimaschutzpolitiken in Entwicklungsländern umsetzten, unter CDM/JI registriert werden. Mit dieser Initiative sollen bislang unerschlossene Klein- und Kleinstemissionsquellen erreicht werden, die für sich stehend die CDM/JI-Transaktionskosten nicht tragen könnten.
Weiterhin erwirbt der Klimaschutzfonds Zertifikate für andere europäische Regierungen und engagiert sich mit eigenen Käufen.
Aktuelles Kaufprogramm
EIB-KfW CO2 - Programm II: Der Fokus des neuen Programms liegt auf nachhaltigen Projekten in den ärmsten Entwicklungsländern und auf innovativen Programmatischen Ansätzen. Geplant ist der Kauf von Kyoto- und „Post-Kyoto-Zertifikaten“ bis zum Jahr 2020. Es werden vorrangig Emissionsgutschriften aus Energieeffizienz-, Erneuerbare-Energien- sowie Methanvermeidungsprojekten erworben. Den Verkäufern der Projekte werden Abnahmesicherheit und ggf. auch Anzahlungsfinanzierungen angeboten. Das Kaufvolumen beträgt 100 Mio. EUR, wobei eine hälftige Risikoteilung zwischen EIB und KfW erfolgt. Endabnehmer der Zertifikate werden vorrangig europäische Unternehmen sein, die Verpflichtungen im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems einhalten müssen. Ihnen wird garantiert, dass sie nur Zertifikate abnehmen müssen, die auch nach 2012 im Europäischen Emissionshandelssystem anrechenbar sind. Die entsprechenden regulatorischen Risiken verbleiben bei EIB und KfW. Die maximale Zeichnungssumme für Intermediäre beträgt 20 Mio. EUR und für Käufer aus dem EU-ETS 10 Mio. EUR; die minimale Zeichnungssumme liegt bei 1 Mio. EUR. Erste Projekte für das EIB-KfW CO2 - Programm II wurden bereits erworben.Das Projektportfolio
Die KfW hat bis zum 31.12.2009 insgesamt 69 Kaufverträge (Emission Reduction Purchase Agreement, ERPA) über 28 Mio. Zertifikate abgeschlossen. Dabei dominieren Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien (Wind, Wasser und Biomasse/Biogas). Der regionale Schwerpunkt liegt in Asien, insbesondere Indien und China, gefolgt von Lateinamerika.Die Kaufaktivitäten werden in 2010 auf gleichem Niveau fortgeführt. Interessenten können sich weiterhin direkt an die KfW wenden.
Aktuelle Informationen über den Fonds können unter
Logo KfW Bankengruppe

