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Nr. 293/08
Berlin, 09.12.2008
Neue Initiative zur Förderung von Klimaschutzprogrammen weltweit
Im Auftrag des Bundesumweltministeriums hat die KfW eine neue Förderinitiative gestartet, die
Klimaschutz-Aktivitäten weltweit und insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern voranbringen
soll. Das Projekt greift eine Maßnahme des Kyoto-Protokolls auf, das so genannte Programme of Activities
(PoA). Damit sollen insbesondere kleine Quellen von klimaschädlichen Treibhausgasen erfasst und reduziert
werden. Durch die Einrichtung eines PoA-Förderzentrums wird die KfW ihre Erfahrungen in diesem Bereich
interessierten Ländern zur Verfügung stellen und sie bei der Entwicklung geeigneter Klimaschutzprogramme
unterstützen.
Ein Großteil der weltweiten Treibhausgasemissionen wird direkt oder indirekt von sehr kleinen Quellen
verursacht: in kleinen Unternehmen, privaten Haushalten, im öffentlichen Raum und im Verkehr. Gerade in diesen
Bereichen gibt es zudem große Potenziale, Emissionen besonders kostengünstig zu senken. Das gilt
insbesondere für Energieeffizienzmaßnahmen, aber auch für den Einsatz erneuerbarer Energien, den
Brennstoffwechsel und die Abfallbewirtschaftung. Darüber hinaus tragen solche Mikroaktivitäten gerade in
Entwicklungsländern häufig besonders zur nachhaltigen Entwicklung bei. Ein Beispiel ist der Ersatz
ineffizienter und gesundheitsschädlicher Holzkocher durch moderne Biogaskocher. Weitere Beispiele sind die
solare Warmwasserbereitung oder der Einsatz von Energiesparlampen, effizienten Kesseln in Kleinunternehmen sowie
die energetische Sanierung von Gebäuden.
Um gerade diese Potentiale zu erschließen, wurde das Konzept der PoAs entwickelt. PoAs machen die
markwirtschaftlichen Anreizinstrumente im Rahmen des Kyoto-Protokolls für Klein- und Kleinstmaßnahmen
anwendbar: den Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) und die
Gemeinsamen Projektumsetzung (Joint Implementation, JI).
PoAs helfen Treibhausgase zu vermindern, indem sie eine große Anzahl von Einzelmaßnahmen in einem Projekt
zusammenfassen. Zugleich werden die CDM- und JI-Einnahmen verwendet, um die erforderlichen
Fördermaßnahmen zur Anregung entsprechender Kleinmaßnahmen zu finanzieren. Das gilt etwa für
Preisnachlässe für effiziente Lampen, Zuschüsse für Biogasanlagen oder Zinsverbilligungen
für Solaranlagen.
Mit der Einrichtung des PoA-Förderzentrums Deutschland bietet die KfW Hilfestellung bei der Entwicklung,
Beratung und Bewertung von Vorschlägen zu möglichen PoAs. Das Beratungszentrum richtet sich zum einen an
interessierte Unternehmen, Organisationen und öffentliche Stellen in CDM- und JI-Gastländern, zum anderen
an Energieversorger, Banken und überregional arbeitende Nichtregierungsorganisationen.
Am 11. Dezember stellt das Bundesumweltministerium zusammen mit der KfW das Beratungsangebot im Rahmen der
Klimakonferenz in Posen vor.
Weitere Informationen:
BMU Side event
in Poznan zu Programmes of Activities
CTI-Tagung zu programmatischem CDM und JI in Zeuthen
www.kfw.de:
Internetseite der KfW-Bankengruppe

