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Stand: April 2007


Kurzportrait Ägypten

Ägypten gehört zu den besonders verwundbaren Regionen gegenüber den Folgen des Klimawandels, da fast die gesamte Bevölkerung im niedrig gelegenen Nildelta und im Flusstal des Nils wohnt. In der ägyptischen National Communication wird gar von potenziell vernichtenden Auswirkungen durch den Klimawandel für die Zukunft des Landes gesprochen.

Im Jahr 1997 wurde nicht nur erstmals ein separates Umweltministerium in Ägypten eingerichtet, sondern auch das interministerielle „National Committee on Climate Change“ gegründet. Seit 2003 exisitiert eine CDM-DNA. Mit Unterstützung durch UNDP/UNEP wurde zwischen 2002 und 2006 eine Strategie zur Förderung des CDM entwickelt und größtenteils umgesetzt, die sowohl den Aufbau des erforderlichen institutionellen und strukturellen Rahmens als auch die Entwicklung nationaler (privater wie öffentlicher) Kapazitäten im Bereich CDM zum Ziel hat.

Diese Initiativen haben dazu beigetragen, dass der CDM heute in Ägypten durchweg positiv bewertet wird. Neben dem rein umweltpolitischen Nutzen erhofft sich das Land insbesondere zusätzliche ausländische Investitionen, die Erneuerung wichtiger Infrastrukturkomponenten sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die CDM-Infrastruktur Ägyptens ist gut ausgebaut und das Projektportfolio ist recht ausgewogen. Bei einer Weltbankstudie über verschiedene CDM-Gastländer (Brasilien, China, Indien, Südafrika) schnitt Ägypten auf einem Mittelplatz ab – auf dem afrikanischen Kontinent ist es aber eines der am meisten fortgeschrittenen Länder.

Deutschland und Ägypten haben 2006 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Zur selben Zeit wurde in Ägypten auch eine Vereinbarung der KfW Bankengruppe mit der ägyptischen Behörde für Erneuerbare Energien (New and Renewable Energy Authority, NREA) über den Erwerb von Emissionszertifikaten (CER) aus einem CDM-Windkraftprojekt abgeschlossen. Der Windpark in Zafarana am Golf von Suez wird voraussichtlich Ende 2007 in Betrieb gehen und jährlich etwa 168.000 CER erzeugen. Das Bundesumweltministerium hat mit dem ägyptischen Umweltministerium verabredet, mit dem MoU nicht nur den Rahmen für Initiativen von Unternehmen zu setzen, sondern deutsche und ägyptische Projektentwickler an einen Tisch zu bringen.


Downloads:

CDM-Abkommen mit Ägypten
CDM-Profil Ägypten

Weitere Informationen (Auswahl):

Egypt’s National Communication on Climate Change to the UNFCCC (PDF)
Egypt National Strategy Study on the Clean Development Mechanism
Website der ägyptischen DNA
Egyptian Environmental Affairs Agency (EEAA)
Joint Implementation Quarterly: Egypt Country Profile. In: JIQ 02-05, pp. 4-5 (PDF)
EIA country analysis brief Egypt
Earth Trends Country Profiles: Climate and Atmosphere (PDF)
Länderinformationen Ägypten des Auswärtigen Amtes
European Commission: The EU’s Relations with Egypt