Stand: April 2007
Kurzportrait Tunesien
Tunesien betreibt seit den 1990er Jahren eine ernstzunehmende Umweltpolitik. Trotz einer gut entwickelten
Institutionenlandschaft steht diese jedoch vor großen Herausforderungen: Das anhaltende Wirtschaftswachstum hat zu
vermehrter Abfall- und Abwasserproduktion, einem Anstieg von Emissionen und der zunehmenden Gefährung der Wasser- und
Bodenressourcen geführt.
Die geographische Lage Tunesiens macht das Land besonders verwundbar für die Folgen des Klimawandels: Der gesamte Norden und Osten des Landes liegen am Mittelmeer und die über 1300 km lange Küstenlinie bildet eine wichtige Basis für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Das Land befürchtet starke ökonomische Einbußen, sollte es in Folge der Klimaveränderungen zu einem Anstieg des Meeresspiegels kommen. Des Weiteren befürchtet Tunesien wie auch die anderen Maghreb-Staaten, dass die zunehmenden Dürren vor allem in den ländlichen Räumen zu Wassermangel führen werden.
Tunesien hat deshalb früh die Klimarahmenkonvention ratifiziert. 1996 wurde ein nationales Klimaschutzkommittee ins Leben gerufen, aus dem 2001 der National Focal Point hervorging. Zur Umsetzung der nationalen Klimaschutzstrategie setzt die tunesische Regierung erklärtermaßen auf den CDM, vor allem im Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.
Über das Potenzial für CDM-Projekte in Tunesien liegen recht gute Einschätzungen vor. Eine Untersuchung der nationalen Energieagentur ANME hebt vor allem Energieeffizienzmaßnahmen sowie auf Erneuerbare-Energien-Projekte hervor. Große Potenziale zur Reduktion von Treibhausgasemissionen liegen demnach im Wärmemanagement und in der Altbausanierung, im Windenergiesektor gefolgt von der Kraft-Wärme-Kopplung. ANME hat Ende 2004 ein Portfolio von 28 Projekten erstellt, das konkret ausgearbeitete Projektvorschläge umfasst. Mehrere CDM-Projekte werden derzeit unter anderem von der Weltbank entwickelt, überwiegend im Bereich Deponiegas/HFC. Zwei dieser Projekte sind bisher validiert worden.
Die DNA befindet sich derzeit noch im Aufbau. Vor allem müssen organisatorische Details wie Abläufe von Entscheidungsprozessen und Zeiträume für die Entscheidungsfindungen festgelegt werden. Die DNA-Website ist nach längerer Bearbeitungszeit inzwischen online gegangen.
Tunesien hat im Jahr 2005 zwei Memoranda of Understanding (MoU) unterzeichnet – eins mit Kanada, eins mit Österreich
– sowie eine Vereinbarung mit der Weltbank / PCF über die oben genannten Projekte geschlossen. Ende März 2007
haben Tunesien und Deutschland ein MoU geschlossen.


