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April 2007


Kurzportrait Russland

Russland gehört mit zu den größten Emittenten von Treibhausgasen weltweit und könnte gleichzeitig einer der größten Nutznießer der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls werden. Auf der Grund der wirtschaftlichen Entwicklung nach dem Zusammenbruch der Zentralverwaltungswirtschaft und der im Kyoto-Protokoll übernommenen Verpflichtung zur Stabilisierung der Treibhausgasemissionen auf dem Niveau des Kyoto-Basisjahres 1990 verfügt Russland in der 1.Verpflichtungsperiode über ein gewaltiges Potenzial an staatlichen Emissionsrechten. Diese könnten im Rahmen des internationalen Emissionshandels veräußert und für dringend notwendige Investitionen im Energiebereich genutzt werden. Voraussetzung ist hierfür aber, dass für die Käufer dieser staatlichen Emissionsrechte sichergestellt wird, dass sie neue Emissionsminderungen anstoßen bzw. zu einer nachhaltigeren Entwicklung der russischen Energiewirtschaft beitragen.
Gleichzeitig gehört aber die russische Wirtschaft immer noch zu den energie- und CO2-intensivsten der Welt. Nach russischen Schätzungen könnte der derzeitige Energieverbrauch bis 2020 nahezu halbiert werden. Wesentliche Erfolge können hierzu nur durch die effizientere Nutzung der Energieressourcen und Fortschritte im Brennstoffträgerwechsel erzielt werden. Mit Joint Implementation-Projekten könnte die russische Wirtschaft sowohl zusätzliche Investitionen als auch den Technologietransfer in Bereiche lenken, in denen der Wirtschaftaufschwung noch nicht zu einer ausreichenden Kapitalbasis geführt hat.
Für die Zusammenarbeit mit Russland im Rahmen der Kyoto-Mechanismen stellt sich jedoch zunehmend die Frage, ob es Russland noch rechtzeitig vor Beginn der 1.Verpflichtungsperiode im Jahr 2008 gelingt, die gesetzlichen Grundlagen für JI-Projekte zu schaffen. Ungeachtet dieser Problematik wächst allerdings die Liste russischer JI-Projekte, die auf eine Genehmigung durch die russische Regierung hoffen.
Die größten Projektpotenziale werden in der Energieeffzienz im Bereich der großen Energieversorgungsstrukturen und des Energietransports gesehen. Insbesondere in den kommunalen Strukturen und im Gebäudebereich könnte die Nutzung von Joint Implementation helfen, fehlende Investitionsmittel zu mobilisieren. Allerdings sind viele dieser Potenziale nicht alleine durch privatwirtschaftliche Initiative zu erschließen. Hier müsste die russische Regierung Strategien entwickeln, die auf dem Konzept der Public-Private-Partnerships beruhen. Weitere Potenziale von erheblicher Bedeutung liegen in den Bereichen Biomasse, Forstwirtschaft und den Nicht-CO2-Gasen.

Weitere Informationen (Auswahl):

Russlands National Communications to the UNFCCC
Russische JI-Richtlinien
JI-Website des Handelsministeriums (nur auf russisch)

Deutsch-russisches Projektportfolio der dena
Deutsch-russisches JI-Handbuch der dena
Deutsch-russischer Workshop zu JI-Potenzialen in Südrussland
Website energieforum.ru zu Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien
Russisches Zentrum für Projekte im Bereich Erneuerbare Energien
Länderinformationen Russland des Auswärtigen Amtes
The EU's relations with the Russian Federation