Stand: September 2008
Kurzportrait Jemen
Der Jemen gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Durch seine geographische Lage
ist das Land extrem verwundbar gegenüber den Folgen des Klimawandels. Enorme Schwankungen der Niederschlagsmengen,
Überflutungen und Dürreperioden haben immense soziale und wirtschaftliche Folgen. Das Ministerium für Wasser und
Umwelt sieht in den Folgen des Klimawandels einen wichtigen Grund für die schleppende Entwicklung des Landes. Zu den
drückenden Problemen des Landes zählen Wassermangel, das starke Bevölkerungswachstum, große Armut und eine
hohe Arbeitslosigkeit.
Das Mandat des noch jungen Ministeriums für Wasser und Umwelt wurde im Juni 2004 verabschiedet. Das Ministerium ist innerhalb der Regierung federführend verantwortlich für die Wasser- und Umweltpolitik des Landes. Zum Geschäftsbereich des Ministeriums gehört auch die Environment Protection Authority, deren Climate Change Unit für Klimaschutzfragen zuständig ist. Seit August 2003 besteht eine CDM-DNA. Das DNA-Sekretariat ist der Climate Change Unit angegliedert. Mit Unterstützung von UNDP und der deutschen Organisation Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) wurden die erforderlichen institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen zur Abwicklung von CDM-Projekten geschaffen. Auch wurde die Entwicklung nationaler (privater wie öffentlicher) Kapazitäten im Bereich CDM gefördert.
Diese Initiativen haben dazu beigetragen, dass der CDM heute im Jemen durchweg als positiv bewertet wird. Neben dem rein umweltpolitischen Nutzen erhofft sich das Land einen Zugang zu neuen Technologien und energieeffizienteren, kostengünstigeren Produktionsverfahren. Der Jemen erhofft sich durch den CDM einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zur Armutsbekämpfung.
Die CDM-Infrastruktur Jemens ist gut ausgebaut und rechtlich durch eine Verordnung des Premierministers verankert. Über das Potenzial für CDM-Projekte im Jemen liegen gute Einschätzungen vor. Eine Untersuchung der Environment Protection Authority aus dem Jahr 2007 stellt vor allem auf Energieeffizienzmaßnahmen sowie auf Erneuerbare-Energien-Projekte und Verbesserungen im Abfall- und Abwassermanagment ab. Interessantes Potential bietet auch die Ölindustrie.
Deutschland gilt im Jemen als bevorzugter westlicher Partner, das Land nennt die Beziehungen "beispielhaft". Auch aufgrund des kontinuierlichen und verlässlichen entwicklungspolitischen Engagements genießt Deutschland im Jemen einen ausgezeichneten Ruf. Jemen ist eines von vier Pilotländern des Aktionsprogramms 2015 der Bundesrepublik.


