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November 2008


Kurzportrait Aserbaidschan

Aserbaidschan zählt neben Georgien und Armenien zu den Ländern Südkaukasiens. Für diese Region Zentralasiens mit ihrem semiariden bis ariden Klima werden bei fehlenden Anpassungsmaßnahmen Nahrungsmittel- und Wasserknappheiten durch den Klimawandel vorhergesagt. Zunehmende Dürren und Überschwemmungen sind bereits zu beobachten. Ein Meeresspiegelanstieg würde direkte Auswirkungen für die tief liegenden Gebiete am Kaspischen Meer haben.


Aserbaidschan hat im September 2000 das Kyoto-Protokoll ratifiziert. Die Designated National Authority (DNA), das Climate Change and Ozone Centre, wurde 2005 im Ministry of Ecology and Natural Resources angesiedelt. Die Homepage des Umweltministeriums ist zwar auch in englischer Sprache verfügbar. Weitergehende Informationen auf englisch stehen allerdings nicht zur Verfügung.

Mit Hilfe des United Nations Development Programme (UNDP) wurde von August 2006 bis Juli 2008 ein Capacity Building-Projekt für den CDM in Aserbaidschan durchgeführt. Ziel war es, die Hemmnisse des Landes im Bereich des CDMs zu überwinden: So ist die DNA bislang unterentwickelt, es fehlt der nötige Gesetzesrahmen und das Know-How, um die Potenziale für CDM-Projekte zu erkennen und diese dann umzusetzen.

Inzwischen sind zehn nationale Nachhaltigkeitskriterien für Projekte, die in Aserbaidschan umgesetzt werden sollen, festgelegt worden; so müssen Emissionen in Höhe von mindestens 15.000 tCO2 durch das Projekt reduziert werden, die Projekte müssen mit den makroökonomischen Zielen des Landes übereinstimmen und nachhaltig sein.

Bislang befinden sich drei Projekte in der Validierungsphase (Stand: August 2008). Zwei dieser Projekte sind aus dem Bereich fossil fuel switch, eines aus dem Bereich Wasserkraft. Aserbaidschan hat reichhaltige Öl- und Gasvorkommen; hier liegen auch Potentiale für CDM-Projekte. Beispielsweise kann Begleitgas bei der Ölförderung gewonnen werden. Die Nutzung von Deponiegas in Sumgait ist eines der beiden aserbaidschanischen Projekte aus dem Bereich fuel switch in der Validierungsphase. Daneben sind Projekte im Bereich Aufforstung und Biogasnutzung geplant.

Deutschland engagiert sich im Klimaschutz in Aserbaidschan. Bereits 2007 unterzeichneten die beiden Staaten ein Memorandum of Understanding, das gemeinsame Projekte im Klimaschutz vereinfachen wird. Kooperationsmöglichkeiten werden beispielsweise in der Nutzung von Begleitgasen in der Ölgewinnung sowie in der Modernisierung der aserbaidschanischen Energiewirtschaft gesehen.

Weitere Informationen (Auswahl):

Ministry of Ecology and Natural Resources of the Republic of Azerbaijan 
Länderinformationen der Europäischen Kommission
Informationen der Internationalen Energieagentur (IEA) zu Aserbaidschan
United Nations Development Programme (UNDP) in Aserbaidschan
United Nations Development Programme (UNDP) zu Energie und Klimawandel in Europe & CIS Homepage
Pressemitteilung: Deutschland und Aserbaidschan wollen beim Klimaschutz zusammenarbeiten