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November 2008


Kurzportrait Israel

Bereits heute sieht sich Israel mit schwierigen klimatischen Bedingungen konfrontiert und hat mit steigenden Temperaturen zu kämpfen. Wasser ist ein kostbarer Rohstoff und die Wasserversorgung in Israel ein Politikum. Durch Zunahme der Regenintensität wird die Bodenerosion und die Versalzung des Bodens begünstigt und die Desertifikation vor allem im Bereich der Negev-Wüste, die bereits rund 60% des israelischen Staates einnimmt, vorangetrieben.

Israel wird unter der Klimarahmenkonvention als Entwicklungsland (Nicht-Annex-I-Staat) gehandelt und ist deshalb potentielles Gastland für den CDM. Allerdings unterscheiden sich Israels CO2-Emissionen aus fossiler Verbrennung nur geringfügig von denen einiger Annex I-Staaten. Aus diesem Grund hat die israelische Regierung ein Komitee zum Klimawandel bestehend aus Vertretern verschiedener Ministerien einberufen und einige freiwillige Maßnahmen zur Emissionsreduktion eingeführt. So sind für die Zeit nach 2012 die ersten Schritte eingeleitet worden. Hierzu zählen u.a. Emissionsreduktionsziele für die verschiedenen Sektoren (Energie, Abfallbehandlung, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft); ein Aktionsplan um diese Ziele bis 2025 zu erreichen ist in Vorbereitung. Darüber hinaus wurde im Mai 2008 eine Studie zur Anpassung an den Klimawandel veröffentlicht.

Israels DNA wurde im März 2004 gegründet. Sie setzt sich aus 12 Mitgliedern zusammen: 9 Regierungsvertreter aus verschiedenen Ministerien (Vorsitz: Umweltschutzministerium), 2 Vertretern aus der Industrie und einem Vertreter einer Nichtregierungsorganisation. Auf der DNA-Webseite werden Unternehmen und Organisationen genannt, die ihr Interesse an CDM-Projekten geäußert haben, aber noch auf der Suche nach ausländischer Finanzierung sind. Daneben gibt es eine Reihe von Unternehmen, die sich auf Dienstleistungen im Bereich CDM spezialisiert haben. Die Kontaktinformationen finden sich auf der DNA-Webseite.

Der Bewilligungsprozess der israelischen DNA für ein CDM-Projekt nimmt in etwa 10 Wochen in Anspruch und unterteilt sich in einen freiwilligen Teil (Einreichung einer PIN) und einen regulären Teil (Einreichen des PDD). Die Projekte werden auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüft; dabei liegt die Gewichtung zu 37,5% auf Auswirkungen auf die Umwelt, zu 25% auf sozialen Auswirkungen und zu 37,5 % auf ökonomischen und technologischen Auswirkungen. Israel wirbt für sich selber als CDM-Gastland; verwiesen wird auf die demokratische und ökonomische Stabilität, die gute wissenschaftliche Infrastruktur und die technologische Expertise des Landes.

Die bisher eingereichten CDM-Projekte kommen zu fast gleichen Anteilen aus den folgenden Bereichen: Landwirtschaft, Energieerzeugung, Industrieprozesse, Abfallbehandlung und fuel switch. Potentiale für zukünftige CDM-Projekte liegen vor allem im Bereich des Energiesektors: Israels jährliche Steigerungsraten im Stromverbrauch von jährlich 6% gehören zu den höchsten weltweit. Projekte sind in den Bereichen der Elektrizitätsversorgung (fuel switch oder Verbesserung der bestehenden Anlagen), Einsatz erneuerbarer Energien oder Energieeffizienz denkbar. Daneben gibt es Potentiale im Verkehrsbereich und im Industriesektor (Fuel switch, Energieeffizienz).

Israel ist deutlich am Ausbau der CDM-Aktivitäten interessiert. Ein Memorandum of Understanding wurde im Februar zwischen dem israelischen Umweltschutzminister und dem deutschen Botschafter in Israel unterzeichnet.

Weitere Informationen (Auswahl):

Informationen der Internationalen Energieagentur (IEA) zu Israel
Website der israelischen DNA
Israel's Adaptation to Climate Change - Impacts and Recommendations (nur in hebräischer Sprache verfügbar) 
Pressemitteilung: Israel Signs Memorandum of Understanding with Germany on Reduction of Greenhouse Gases Emissions
CDM-DNA Präsentation zu CDM Project activities in Israel (PDF)