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Dezember 2008


Kurzportrait Nigeria

Nigerias Landschaft ist äußerst vielfältig: Mangrovensümpfe, Regenwald und Savannengebiete; Nigerias Norden ist Teil der Sahelzone. Die Folgen des Klimawandels sind bereits heute vorhersehbar: zunehmende Desertifikation im Norden und ein Meeresspiegelanstieg in den Küstenregionen stellen das Land vor erhebliche Probleme.

Nigeria ist ein rohstoffreiches Land: Nigeria gehört mit seinen Ölvorkommen zu den zehn größten Ölexporteuren weltweit und ist Mitglied in der OPEC. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft sind Grundlage der nigerianischen Volkswirtschaft. So profitiert das Land auf der einen Seite von einer starken Klimapolitik, die die skizzierten ökologischen Folgen abfedern will. Auf der anderen Seite gehört das Land zu den erdölexportierenden Staaten, die sich aus ökonomischen Gründen gegen eine restriktivere Klimapolitik aussprechen.

Dennoch hat das Land 2004 das Kyoto-Protokoll ratifiziert und bereits ein erstes registriertes CDM-Projekt. Die nigerianische DNA ist beim nigerianischen Umweltministerium angesiedelt.
Mit der Ölgewinnung ist in Nigeria ein großes Umweltproblem verbunden: So genanntes Begleitgas, ein Begleitstoff der Rohölproduktion, der bei der Förderung getrennt werden muss, wird abgefackelt. Neben den direkten negativen Umwelteinflüssen durch entstehende Dioxine wird bei diesem Vorgang Methan und CO2 freigesetzt. Weltweit entstehen durch das Abfackeln des Gases Emissionen in Höhe von 400 MtCO2 – Nigeria ist für rund ein Sechstel verantwortlich. Das erste registrierte CDM-Projekt Nigerias ist ein CDM-Projekt, das Begleitgas nutzbar macht, das ansonsten abgefackelt werden würde. Ein weiteres Projekt, das sich derzeit in der Validierunsgsphase befindet, dient ebenfalls der Nutzung von Gas (The Ovade Ogharefe Gas Capture and Processing Project). Weitere Potenziale für CDM-Projekte liegen im Bereich erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Methanabscheidung und –nutzung sowie Abfallbehandlung und –entsorgung.

Trotz der großen Öl- und auch Gasvorkommen sieht sich Nigeria mit Problemen in der Infrastruktur der Stromversorgung konfrontiert. Hier setzt eine Energiepartnerschaft mit Deutschland an, die im Spätsommer 2008 zwischen dem Auswärtigen Amt und Nigeria beschlossen wurde: Deutsche Firmen beteiligen sich am Ausbau der Stromversorgung, ab 2014 liefert Nigeria dann Flüssiggas nach Deutschland. Im Rahmen dieses Abkommens sollen auch Potenziale für CDM-Projekte identifiziert werden.

Downloads:

CDM-Markt kompakt Nigeria der gtai

Weitere Informationen (Auswahl):

Informationen des Auswärtigen Amtes: Nigeria
Designated National Authority (DNA) Kontakt
Informationen der gtai zu Nigeria
Building Nigeria’s Response to Climate Change (BNRCC). Vulnerability, Impacts and Adaption
Nigerian Environmental Study/Action Team (NEST)
Gas Flaring in Nigeria