November 2008
Kurzportrait Costa Rica
Costa Rica ist
im zentralamerikanischen Vergleich mit relativem Wohlstand und politisch-demokratischer Stabilität gesegnet. Dieses
für ausländische Direktinvestitionen günstige Klima führte zudem zu einem Boomen des Ökotourismus, was
auch dem Klimaschutz neue Wege eröffnet hat.
Die Regierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, mit Hilfe des internationalen Klimaregimes bis 2021 als weltweit erster Staat eine neutrale CO2-Bilanz vorzulegen. Förderprogramme bestehen für Wasser- und Windkraft, Geothermie und Ethanol. Bereits 92% des Strombedarfs werden aus erneuerbaren Energien gewonnen, so dass die Spielräume des CDM im Energiesektor aufgrund des geringen Emissionsfaktors einschränkt sind. Die geplante Vernetzung der zentralamerikanischen Strommärkte durch das Programm SIEPAC (Sistema de Interconexion Electrica para America Central) würde den Emissionsfaktor erhöhen.
Das 1995 gegründete Büro für gemeinsame Implementierung OCIC (Oficina Costarricense de Implementación Conjunta) fungiert als nationale DNA. Durch die Auslagerung von Kompetenzen an die Asociación Costarricense de Implementación Conjunta (ASOCIC) kann die DNA auf das Know-how der hier angeschlossenen privaten Unternehmen zurückgreifen. Den institutionellen Rahmen komplettieren das Ministerium für Umwelt und Energie (MINAE – Ministerio de Ambiente y Energía), die Beratungskommission für Klimawandel (Comisión Consultativa de Cambio Climático), sowie die technische Umweltbehörde SENETA (Umweltverträglichkeitsprüfung). Bislang konnten sechs CDM-Projekte, davon jeweils zwei in den Bereichen Wasserkraft- und Biomasse, registriert werden. Auch wenn damit nur 0,6% der bis 2012 in Lateinamerika generierten CERs aus Costa Rica stammen, wird Costa Rica aufgrund des positiven institutionellen und politischen Rahmens aktuell auf Rang acht des CDM-Investitionsklimaindizes der DEG eingestuft.
Die Beziehungen zwischen der EU und Costa Rica wurden seit dem San José Dialogue Schritt für Schritt ausgebaut und treten im Rahmen der Verhandlungen einer zentralamerikanischen Freihandelszone gegenwärtig in eine neue Phase ein.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat ihren Schwerpunkt mittlerweile auf den städtisch-industriellen Umweltschutz verlagert. Mit GTZ, KfW, CIM und InWent, sowie zahlreichen Stiftungen sind die führenden Akteure in Costa Rica präsent. Der Weg hinzu weiterem Ausbau (Wasserkraft, Biomasse, Windkraft) und stärkerer Diversifizierung (Verkehr, Energieeffizienz, PoAs) des CDM-Projektportfolios scheint in Costa Rica geebnet zu sein.


