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November 2008


Kurzportrait Senegal

Senegal FlagSenegal liegt im äußersten Westen Afrikas im Übergang der Sahelzone zu den Tropen. Der Großteil der Bevölkerung lebt an der 500 km langen Atlantikküste. Im Großraum Dakar, der Hauptstadt des Landes, leben etwa 2,5 der 12,5 Mio. Einwohner. Senegal gehört zu den 50 besonders armen Ländern der Welt (Least Developed Countries), ist jedoch ein im Vergleich zu anderen westafrikanischen Ländern wirtschaftlich weiter entwickeltes Land.

In Senegal werden jährlich etwa 19 Mt CO2 bzw. 1,8 t CO2 pro Kopf emittiert. Damit liegt der Anteil des Landes an den weltweiten CO2-Emissionen bei nur 0,05 Prozent. Senegal wird aber zu den am deutlichsten vom Klimawandel betroffenen Ländern gehören. Während die Anzahl von Tagen mit besonders hohen Temperaturen und starken Regenfällen voraussichtlich steigt, werden im Jahresdurchschnitt sinkende Regenfälle vorhergesagt. Dies wird die Lebensgrundlage der Einwohner der ohnehin ökologisch sehr labilen Sahelzone deutlich beeinflussen. Hinzu kommen lokale Belastungen durch Industrie und Verkehr v.a. im Großraum Dakar. Geschlossene Waldflächen finden sich vor allem im Süden und bedecken noch ca. 20% des Landes. Jährlich gehen ca. 0,7% der Waldfläche durch Abholzung, Brandrodung und Dürre verloren. 56% der Bevölkerung nutzen Feuerholz als Energiequelle zum Kochen.

Nur etwa ein Drittel der Senegalesen verfügt über einen Anschluss an die Stromversorgung. Der Großteil der momentan verfügbaren elektrischen Leistung von 550 MW stammt aus ölbefeuerten Kraftwerken. Um die ländliche Elektrifizierung auszubauen, schreibt die Agentur für ländliche Elektrifizierung (Agence Sénégalaise d'électrification rurale – ASER) Konzessionen für private Versorger aus. Dafür erhalten sie einen Zuschuss und müssen die Versorgung anschließend über 25 Jahre eigenständig übernehmen.

Senegal ist bis heute eines der Länder von Afrika südlich der Sahara, das am aktivsten an der Entwicklung des CDM beteiligt ist. Senegal hat im Februar 2005 seine DNA als Teil des Umweltministeriums in der „Direction de l'Environnement et des Etablissements Classés“ eingerichtet. Der Senegalese Cheikh Sylla war bis 2007 Mitglied des CDM Exekutivrats und ist Ansprechpartner in der DNA. Mit Frankreich wurde ein „Memorandum of Understanding“ (MoU) abgeschlossen.

Trotz der politischen Unterstützung des CDM entwickelt sich die CDM-Pipeline in Senegal nur langsam. Derzeit sind lediglich zwei Projekte in Vorbereitung. Das eine Projekt wird auf einer Mülldeponie in Dakar entstehendes Methan verbrennen und gegebenenfalls energetisch nutzen. Die andere Aktivität sieht einen Brennstoffwechsel in einer Zementfabrik ebenfalls in Dakar vor.

Die geringe Anzahl an Projektaktivitäten liegt insbesondere darin begründet, dass die größten Potenziale in kleineren Einzelmaßnahmen im Bereich der Wärme- und Stromherstellung von Haushalten und Kleingewerbe liegen, die für sich stehend die CDM-Transaktionskosten nicht tragen können. Diese Potenziale lassen sich aber potenziell mit dem neuen programmatischen Ansatz und Methoden erschließen, die verhinderte Entwaldung/Energienachfrage berücksichtigen. Großes Potenzial besteht außerdem in der Windenergie an der Westküste. Es gibt bereits kleinere Windfarmen ohne Anschluss an das nationale Netz. Zusätzlich liegen Machbarkeitsstudien für Windparks mit einer Leistung von mehreren MW vor, deren Strom potenziell in das Netz des staatlichen Energieversorgers SENELEC eingespeist werden soll.


Weitere Informationen (Auswahl):

Website der senegalesischen DNA
Website der senegalischen Elektrizitätsgesellschaft SENELEC
Länderinformationen Senegal des Auswärtigen Amtes
CIA World Fact Book
GTZ in Senegal
European Commission: The EU’s Relations with Sub-Saharan Africa
European Commission: External Cooperation Programmes