November 2008
Kurzportrait Syrien
Syrien
ist mit Ausnahme einzelner Oasen und einem kleinen Küstensaum ein landwirtschaftlicher Ungunstraum. Desertifikation und
Wasserknappheit sind die zwei vorrangigen Umweltprobleme: Heiß-aride Sommer und eine größere
Niederschlagsvariabilität aufgrund des Klimawandels verbunden mit Bevölkerungswachstum, Industrialisierung, Expansion
des Bewässerungsanbaus und Wasserverschmutzung haben zu einer prekären Verknappung der Wasserressourcen geführt.
Dennoch markiert der 10. Fünfjahresplan (2006-2010) den Beginn einer Transformation von einer Plan- zu einer sozialen Marktwirtschaft. Liberalisierung und Umschuldungsabkommen, zusammen mit einem hohen Erdölpreis haben 2007 zu einem Wirtschaftwachstum von 4,3% geführt.
Die EU ist bedeutendster Handelspartner Syriens und hat im Rahmen der arabischen Nachbarschaftspolitik 2004 ein Assozierungsabkommen ausgearbeitet, welches jedoch noch nicht unterzeichnet wurde. 2007 fand in Damaskus die vierte arabische Regionalkonferenz für erneuerbare Energien (MENAREC: Middle East North Africa Renewable Energy Conference) statt. Zu den Organisatoren zählte neben der Europäischen Union auch das deutsche Umweltministerium und das syrische nationale Energieforschungszentrum NERC (National Energy Research Center). MENAREC ist das bedeutendste Forum der Staaten des Mittleren Ostens und Nordafrikas zum Ausbau der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.
Deutschland betreibt seit 2002 Entwicklungszusammenarbeit in Syrien und ist derzeit mit rund 45 Experten vor Ort. Ihre Arbeit richtet sich auf die Schwerpunkte Bildung, Stadtentwicklung, Wirtschaftsreformen und integriertes Wassermanagement. Letzteres umfasst die Ausbildung syrischer Experten, die Einpreisung von Wasser, Abwassermanagement und politische Reformen.
Mit dem Ministerium für lokale Verwaltung und Umwelt (MLAE) wurde eine CDM-DNA benannt. Die arabischsprachige Webseite wird derzeit ins Englische übersetzt. Bis Dezember 2009 will die DNA gemeinsam mit Syriens National Focal Point, der Allgemeinen Kommission für Umweltangelegenheiten (GCEA) eine National Communication ausarbeiten. Die Finanzierung übernehmen zu über 80% die Global Environment Facility (GEF) und das UNDP (United Nations Development Programme). Bislang konnten noch keine syrischen CDM-Projekte registriert werden.
Sind die institutionellen Voraussetzungen erfüllt, könnte die Kooperation zwischen EU und MENA-Region einen Nährboden für eine Erschließung der syrischen CDM-Potentiale bieten. Dies um so mehr, da die MENA-Staaten Schwerpunktregion der CDM/JI-Initiative der Bundesregierung sind. Für Projektentwickler wurde ein Länderexperte für die MENA-Region berufen (siehe Kontakt). Projekte in Industrie, Wind- und Solarenergie könnten neben dem Klimanutzen zur Energieversorgung, wirtschaftlichen Entwicklung und politischen Stabilität Syriens beitragen.
Weitere Informationen (Auswahl):
MENA-Region Ländexperte Jörg Linke unter


