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Stand: August 2008


Kurzportrait Honduras

Das enorme Potenzial im Bereich Wasserkraft, eine motivierte DNA und die günstigen wirtschaftlichen Bedingungen für Wasserkraftprojekte haben einen bescheidenen Erfolg für CDM-Projekte in diesem Bereich hervorgerufen. Die sich verändernde Grundlage der Energiegewinnung hat ebenso positive Auswirkungen auf den CDM. Bis 1994 basierten 99% des Energieangebots auf Wasserkraftwerken. Aufgrund von Dürren wurde die thermische Energiegewinnung bis 2005 auf 20% erhöht und auf bis zu 70% heute. Dennoch bestehen weiterhin Hindernisse, wie unklare Verordnungen, schwach ausgebildete Effizienz und Management im Stromerzeugungssektor und das allgemeine Investitionsrisiko des Landes. Wie in anderen Ländern der Region gibt es auch in Honduras örtliche Widerstände gegen den Bau von Wasserkraftanlagen, besonders gegen große Anlagen.

Eine neue Gelegenheit, den CDM weiter und vor allem differenzierter auszubauen, entsteht mit den 2007 beschlossenen Fördergeldern für Erneuerbare Energien. Es besteht Potenzial in den Bereichen Biomasse, Wind- und Sonnenenergie sowie Geothermie, das erst noch erschlossen werden muss.

Zur Zeit befinden sich 27 Projekte in der Pipeline. Fast alle liegen im Bereich der Erneuerbaren Energien - neun von ihnen bei Wasserkraft (diese sind alle bereits registriert). Dahinter rangieren sechs Projekte zu Biomasse (Zuckerrohr, Palmöl-Rückstände und Reishülden) sowie fünf zu Biogas. Schließlich gibt es bisher ein Projekt zu Energieeffizienz. 15 Projekte sind registriert, für 8 Projekte sind 265.000 CER ausgegeben worden. In Honduras gab es das weltweit erste CDM-Klein-Projekt, die 13 MW-Wasserkraftanlage Rio Blanco. Zudem waren dieses Projekt und ein anderes kleines Wasserkraftprojekt in Honduras namens La Esperanza die ersten Projekte überhaupt, denen im Oktober 2005 CERs ausgestellt wurden.

Die DNA für Projekte im Energiebereich liegt im Sekretariat für Natürliche Ressourcen und Energie des Ministeriums für Ressourcen und Umwelt SERNA (Secretaría de Recursos Naturales y Ambiente). Die Behörde arbeitet unabhängig vom Amt für Klimawandel in der Nationalen Energie-Behörde. Aufforstungs- und Verkehrsprojekte sollen unter der Aufsicht separater Organisationen durchgeführt werden.

Infolge des Regierungswechsels wurde 2005 auch der größte Teil der Mitarbeiter der DNA entlassen. Dieser Regierungswechsel hat die anfänglich schnellen Fortschritte von Honduras beim CDM ins Stocken geraten lassen. Innerhalb des Präsidialamtes wurde ein Amt für spezielle Projekt aus der Taufe gehoben, um das Potenzial für Biokraftstoffe zu ergründen. Dies geschah, indem Palmöl-Produzenten bei der Verbesserung ihrer Energieeffizienz aus Kraft-Wärme-Kopplung mit dem Ziel der Generierung von CDM-Gutschriften unterstützt wurden. Zur Finanzierung dieser Projekte wurde Projekteignern ein Regierungszuschuss in Höhe von 43 Millionen $ gewährt. Honduras erhält zusätzliche Unterstützung durch internationale Organisationen.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und die Fundacion Bariloche haben 2002 eine Untersuchung der Politiken des Landes zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz abgeschlossen und das Potenzial für Erneuerbare Energien überprüft. Als lokaler Vermittler für CDM-Projekte fungiert die Fundacion MDL. Die Asociacion Hondurena de Pequenos Productores de Energia Renovable (AHPPER) hat einigen kleinen Wasserkraft-Projekteignern beim Verfassen des PDD geholfen.

Weiterführende Informationen (Auswahl):

Website der honduranischen DNA
Deutsche Botschaft in Tegucigalpa
Länderinformationen Honduras des Auswärtigen Amtes
GTZ in Honduras
Deutsch-Honduranische Außenhandelskammer
Bertelsmann: Country Report Honduras
Länderinformationen Honduras der Weltbank
Honduranische Vereinigung für Kleine Unternehmen bei Erneuerbaren Energien (Asociación Hondureña de Pequeños Productores de Energía Renovable-AHPPER)
European Commission: The EU’s Relations with Honduras