Stand: August 2008
Kurzportrait Ecuador
Aufgrund seines Reichtums an
natürlichen Ressourcen und seines schnell wachsenden Energiebedarfs hat Ecuador ein großes Potenzial für die
Entwicklung erneuerbarer Energien. Zur Zeit werden etwa 10 bis 14% des Stroms aus Kolumbien importiert. Zudem stellen
dynamische Einspeisetarife für erneuerbare Energien einen Anreiz für Entwickler dar. Andererseits bestehen wichtige
Hemmnisse wie unstabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse sowie unsichtbare Verluste (verursacht durch illegales
Abzapfen von Strom aus den Leitungen), die Stromlieferanten daran hindern, rechtzeitig die Erzeuger zu bezahlen. Widerstand in
Gemeinden sowie durch NGOs haben in jüngster Zeit die Entwicklung weiterer Wasserkraftwerke verkompliziert.
Ecuador hat Memoranda of Understanding/MoUs mit den Niederlanden, Kanada und Spanien abgeschlossen.
Zur Zeit werden diverse PDDs entwickelt. Ecuadors Projektportfolio zeigt ein enormes Wachstum seit 2006, als gerade einmal drei
Projekte registriert waren. Im Juni 2008 befanden sich 23 Projekte in der Pipeline, von denen 13 registriert waren.
Etwa die Hälfte der Projekte im ecuadorianischen CDM beziehen sich auf Wasserkraft. Danach folgen mit je einem
Fünftel Heizkraftwerke für Bagasse (Zuckerrohr-Überreste) und Biogas. Die übrigen beiden zwei Projekte sind
je eines zu Deponiegasverbrennung und Windkraft.
Weitere Anlagen für Biomasse, Geothermie und Wasserkraft sind in Planung und könnten sich ebenfalls um
Emissionszertifikate im Rahmen des CDM bewerben.
Als ecuadorianische DNA fungiert das Ministerium für Umwelt. Die technische Koordination liegt im Kompetenzbereich der im
Ministerium angesiedelten Stelle für Klimawandel, die CDM-Projekte in vier Bereiche untergliedert: 1. Entwicklung sauberer
Energie, 2. Entwicklung sauberer städtischer Räume, 3. Entwicklung sauberer Industrie, 4. Landnutzungs-Wandel und
Aufforstung (Senken).
Neben der DNA wurde eine Behörde zur Förderung des CDM eingesetzt, die “Oficina Nacional de
Promoción del Mecanismo de Desarrollo Limpio del Ecuador” –CORDELIM. Diese Organisation bietet auf ihrer
Webseite ausführliche Informationen zu CDM-relevanten Themen im Bezug auf Ecuador.
Genehmigunsvoraussetzungen des Gastlandes Ecuador
Die DNA hat durch ministeriellen Erlass vom April 2003 ein Verfahren für die nationale Genehmigung von CDM-Projektanträgen verabschiedet. In Ergänzung dazu hat sie Verfahren für die Genehmigung von Anträgen für CDM-Kleinprojekte sowie über die Unterstützung von Projektideen eingeführt.Um eine Genehmigung zu erhalten, muss der Antragsteller ein PDD auf spanisch vorlegen. Dies muss den Beitrag des Projekts zu den nationalen und regionalen Entwicklungszielen und –prioritäten darlegen, die Übereinstimmung mit den nationalen, regionalen und lokalen Bestimmungen nachweisen (inklusive eines Zertifikates). Außerdem müssen die verwendete Technologie, Methoden und Ausstattung vorgestellt werden und erwartete positive und negative ökologische und sozioökonomische Folgen dargelegt werden sowie Maßnahmen zu deren Minimierung und Managementpläne.
Eine Kopie der Umweltkonzession oder des EIA-Genehmigungszertifikats muss für den Fall, dass die sektoralen Vorschriften dies verlangen, angehängt sein. Die Dokumentation wird einer vorläufigen Bewertung unterzogen. Im Anschluss daran wird eine Übereinkunft über die Bewertung zwischen der DNA und dem Antragsteller unterzeichnet. Für die endgültige Beurteilung besucht dann eine Bewertungskommission den Projekt-Standort und prüft die Dokumentation im Detail. Falls benötigt, können weitere Informationen von Seiten des Antragstellers oder anderer (z.B. sektorale bzw. lokale Behörden) verlangt werden oder öffentliche Diskussionstermine in der jeweiligen Region können organisiert werden.
Die entsprechenden Dokumente sind auf der zugehörigen Seite von CORDELIM erhältlich.


