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Stand: August 2008


Kurzportrait Guatemala

Der Energiesektor in Guatemala wurde 1997 privatisiert. Dieser für Privatinvestoren offene Markt könnte ein günstigeres Umfeld für Investitionen bieten als es in den Nachbarländern Belize, Honduras und Mexiko mit eher geschlossenen Märkten der Fall ist.
Wachsender Energiebedarf sowie Dürren haben für einen Wandel der Energiebasis von einer Wasserkraft-dominierten in den 1980ern zu einer von thermischen Kraftwerken dominierten gesorgt. Allerdings begann die Unterstützung für Erneuerbare Energien in Guatemala bereits in der 80er Jahren.
Das Land verfügt über reichhaltige Ressourcen an Wasserkraft und weiteren Erneuerbaren Energien, diese sind jedoch geographisch verteilt, so dass dezentralisierte kleine Anlagen die Norm sind. Daher wurden seit 2003 neue Gesetze verabschiedt, um Anreize für neue Anlagen zu schaffen, um Kraft-Wärme-Kopplung zu fördern und um kleinen Anbietern einen Zugang zum Verteilernetz zu bieten. Dies könnte besonders neue kleinere CDM-Projekte fördern.
Allerdings gibt es gegen Wasserkraftprojekte große Widerstände in der Bevölkerung, unterstützt durch nationale NGOs und die Lokalpolitik, was deren Entwicklung bremst. Außerdem machen häufig geänderte Gesetze für die Stromwirtschaft und instabile Institutionen das Umfeld für Investoren unsicher.
Was den CDM betrifft, hat Guatemala besonders mit Wasserkraft-Projekten Erfahrungen sammeln können, aber auch mit Projekten zu Biomasse, Biogas und Geothermie. Darüber hinaus existiert ein Projekt zu Energieeffizienz und zwei zu Deponiegas. Es gibt Interesse, mehr Projekte zu Kraft-Wärme-Kopplung, Effizienz, Deponiegas und Aufforstung durchzuführen. Zur Zeit befinden sich 16 Projekte in der Pipeline, von denen 10 registriert sind.
Da Guatemala einen Waldanteil von 36% hat, haben auch Projekte im Bereich Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) ein großes Potenzial.

Guatemalas DNA ist die Nationale Behörde für umweltverträgliche Entwicklung, sie ist im Ministerium für Umwelt und naturliche Ressourcen (MARN) angesiedelt. In den Jahren 2005 und 2006 war beabsichtigt, mit einem Projekt von UNEP Risoe und der lokalen NGO Fundacion Solar, eine voll funktionsfähige CDM-Einheit mit klaren und konsistenten Regeln sowie einen CDM-Projektportfolio zu erstellen. Da die CDM-Behörde nicht gleichzeitig für Förderung und Bewertung von CDM-Projekten zuständig sein kann, wurde die Aufgage der Förderung an andere Organisationen delegiert. Das Energie- und Bergbau-Ministerium hat ein Informationszentrum für Erneuerbare Energien und einen Fonds zu ihrer Unterstützung eingerichtet. Ein Zentrum für umweltschonende Produktion (CGLP), das von Universitäten der Region, Wirtschaftsvereinigungen und der Schweizer Regierung finanziert wird, zielt auf die Förderung von Effizienz in der Industrieproduktion und hat versucht, bei CDM-Projekten mitzuwirken, indem es Hilfe bei der Technik und dem Aufbau von Kapazitäten geleistet hat. Dennoch wurde bis heute keines der Projekte, für die in diesem Rahmen PDDs oder PINs bereit gestellt wurden, bei der UNFCCC registriert. Zusätzliche Kapazitäten werden von der Asociación de Generadores de Energia Renovable (AGER) erschlossen, einer örtlichen Handelsgesellschaft, die Geothermie und Wasserkraft-Gewinnung in Guatemala unterstützt. Die AGER bietet zwei Seminare im Jahr zu CDM-Potenzialen. Die örtliche NGO Fundación Solar arbeitet mit Gemeinden bei der Stromgewinnung zusammen, fördert den CDM durch die Finanzierung von Studien und hält Präsentationen zum CO2-Markt und den Möglichkeiten Guatemalas darin ab.

Genehmigungsvoraussetzungen des Gastlandes Guatemala

Für die Erlangung einer Genehmigung muss ein Projektentwickler das PDD vorlegen sowie eine Kopie einer von MARN bewilligten Umweltfolgenprüfung, eine Erklärung, die Auflagen aus der Umweltfolgenprüfung einzuhalten, eine Zusammenfassung des Projektbeitrags zur nachhaltigen Entwicklung, eine Erklärung zur Kompatibilität des Projektes mit relevanten nationalen und sektoralen Gesetzen und Politiken, sowie einen technischen Bericht zu den jährlich zu erzielenden Emissionsreduktionen. Die CDM-Behörde prüft dann alle Dokumente, trifft sich falls notwendig mit den Projektvertretern und besucht die Projekt-Region, um dann der DNA eine Empfehlung über eine Genehmigung oder Abweisung des Projekts zu geben.

Weitere Informationen (Auswahl):

DNA
Asociación de Generadores de Energia Renovable (AGER)
Fundacion Solar
Center of Cleaner Production (Zentrum für umweltschonende Produktion)
Länderinformationen Guatemala des Auswärtigens Amtes
Deutsche Botschaft in Guatemala
Bertelsmann Länderbericht Guatemala
Deutsch-Guatemaltekische Außenhandelskammer
CIA World Fact Book
GTZ in Guatemala
European Commission: The EU’s Relations with Guatemala